Pflegebedarf ist nicht zwangsläufig eine Frage des hohen Alters. Aus dieser Erkenntnis heraus ist die Pflege und Betreuung jüngerer schwer- und schwerstpflegebedürftiger Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren seit Jahren eine wesentliche Aufgabe im Wohn- und Begegnungszentrum Zehnthof, kurz WBZ genannt. Für 2015 konnte erstmalig ein eigener Pflegesatz verhandelt werden.
Ist ein jüngerer Mensch durch eine Erkrankung so pflegebedürftig, dass eine ambulante Versorgung nicht mehr sicher gestellt ist, kann im WBZ voll- und teilstationäre Pflege in Anspruch genommen werden. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Unfälle und erworbene Hirnschäden durch Sauerstoffmangel sind z. B. Ursachen für hohen Pflegebedarf auch in jüngeren Lebensjahren. Da das Durchschnittalter von Senioren in Pflegeheimen bei über 80 Lebensjahren liegt, ist es gut nachvollziehbar, dass sich die wenigsten jüngeren Pflegebedürftigen ein Leben in stationären Altenpflegeeinrichtungen vorstellen können.
Die Nachfrage zu diesem speziellen Pflegeangebot ist ansteigend und so wurde der Schwerpunkt der Einrichtung eindeutig auf die Pflege jüngerer Pflegebedürftiger gelegt. Zurzeit leben bereits über 60 jüngere Pflegebedürftige im Wohn- und Begegnungszentrum Zehnthof.
Für diese Zielgruppe wurde ein besonderes Konzept ausgearbeitet, mit dem eine aktivierende und fördernde Pflege umgesetzt werden kann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in einem multiprofessionellen Team mit ausgewiesenen Kompetenzen für die Pflege und Betreuung jüngerer Menschen. Die Grundsätze, den Alltag spürbar zu erleben und Kontakte zu för-dern, stehen hier natürlich an erster Stelle. Im Wohnhaus für jüngere Pflegebedürftige haben sich auch Veranstaltungen etabliert, die in Einrichtungen stationärer Seniorenpflege nicht zu finden sind: „Das Rock-Konzert im WBZ“ oder das „Disco-Café“ sind hierfür nur zwei Beispiele.
Der Quartiersbezug und Netzwerkeffekte geben gute Möglichkeiten für weitere Planungen: das Ziel der Pflege-, Betreuungs- und Therapieangebote ist eine eigenständige Lebensführung in unterschiedlichen Wohn- und Lebenssituationen. Hierzu arbeitet SHDO eng mit der Wohnungswirtschaft unter dem Stichwort „Ambulantes Trainingswohnen“ zusammen.
Kontakt:
Martin Kaiser
Geschäftsführer
Städt. Seniorenheime Dortmund gemeinnützige GmbH
Westfalendamm 67
44141 Dortmund
Tel. 0231/50 23344